Die Rückkehr von Müller: Es geht wieder aufwärts

By | Mrz 30, 2017

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Thomas Müller begann seine Karriere im Alter von vier Jahren beim TSV Pähl. 2000 wechselte er dann in die D-Jugend des FC Bayern München und ist diesem Verein bis heute treu geblieben. Bisher kann Thomas Müller sowohl bei Bayern, als auch in der Nationalmannschaft, auf eine unglaubliche Karriere zurückblicken. In der aktuellen Saison befindet er sich allerdings in seiner ersten andauernden Formkrise. Inzwischen gibt es jedoch wieder Lichtblicke, die Hoffnung machen, dass er zu seiner alten Stärke zurückfindet.

Bisherige Karriere

Bereits im Alter von 20 Jahren spielt sich der gebürtige Weilheimer in die Stammformation des FC Bayern. Dort hat er in 380 Pflichtspielen 157 Tore erzielt. Dabei gewann er 5 nationale Meisterschaften, viermal den DFB Pokal, einmal die FIFA-Klub-Weltmeisterschaft und schließlich auch einmal die Champions League. Auch mit der Nationalmannschaft kann er Erfolge verbuchen. Bereits bei seiner ersten WM 2010 wurde er mit 5 Toren und 3 Vorlagen als Torschützenkönig mit dem Goldenen Schuh prämiert. Darüber hinaus erhielt er auch die Auszeichnung als „Bester Junger Spieler“. Schließlich gewann er mit der Nationalelf die Weltmeisterschaft 2014. Im Alter von 27 Jahren kann er damit schon jetzt auf eine glorreiche Karriere zurückblicken, von der viele andere nur träumen können.

Das Phänomen Thomas Müller

Seine größte Stärke ist eindeutig sein Torriecher. Er steht immer an der richtigen Stelle und sucht selbst aus schier aussichtslosen Positionen stets den Torabschluss. Als eine seiner Schwächen werden seine doch recht behäbig wirkenden Bewegungen gesehen. Doch genau diese unkonventionellen Aktionen machen ihn für den Gegner so schwer ausrechenbar, weshalb er immer wieder alle überrascht. Als hängende Spitze fühlt er sich am wohlsten, da er dort nicht fest an eine Position gebunden ist, sondern zwanglos seiner Spielfreude freien Lauf lassen kann. Mit seiner Laufbereitschaft reißt er darüber hinaus Löcher in die gegnerische Defensive und schafft somit ständig Platz für seine Mitspieler. Dabei ist er sich auch nicht zu schade, mit nach hinten zu arbeiten und stellt sich in den Dienst der Mannschaft.

Für die Mannschaftskollegen ist er nicht nur auf dem Platz wichtig, sondern auch abseits des Feldes für die Atmosphäre im Team unerlässlich. Immer für einen Gaudi zu haben, hebt er die Stimmung der Mannschaft. Dabei bleibt er stets bodenständig und ist auch in Interviews für Späße zu haben. Auch deshalb gilt er als einer der sympathischsten Spieler im Bereich des Profifußballs.

Auch Schwächen lassen sich bei Müller ausmachen. Dazu zählen insbesondere die Ballkontrolle und die Ballbehauptung in Dribblings. Des Weiteren zählt auch die Zweikampfstärke nicht unbedingt zu seinen Stärken.

Die Krise

Die bisherige Karriere des Thomas Müller wirkt makellos. Deshalb stellt sich umso mehr die Frage, warum er in dieser Saison in ein solches Formtief gefallen ist. Grundsätzlich muss man dabei erst einmal beachten, dass er seitdem er 20 Jahre alt ist, ständig die gesamte Saison über durchgespielt hat. Da der FC Bayern in der Bundesliga, im DFB Pokal und in der Championsleague vertreten ist und dort meist sehr weit kommt, hat er jede Saison eine Dreichfachbelastung zu verkraften. Dazu kommen die Einsätze in der Nationalmannschaft und die Europa- und Weltmeisterschaften alle zwei Jahre im Sommer, wodurch die Regenerationszeiten deutlich verkürzt sind. Auch im letzten Sommer spielte er wieder ein EM, wodurch er nicht vollständig ausgeruht in die Saison starten konnte. Ob dies nun der ausschlaggebende Grund ist, bleibt fraglich, da er diese Situationen schon öfter miterlebt hat, wobei keine Einbrüche bei der Form zu verzeichnen waren.

Um den Ursprung des Abwärtstrends zu finden, muss man beim Ende der letzten Saison ansetzen. Pep Guardiola gilt allgemein als Trainer, der alle Spieler in sein System drängen will. Da bleibt kein Freiraum für einzelne Spieler. Darunter muss ein Spieler wie Thomas Müller, der von einem gewissen Freiraum lebt, leiden. Hinzu kam, dass er zum Ende der Saison einige Elfmeter verschoss. Der wichtigste war dabei wohl der im Rückspiel des Champions League Halbfinals gegen Atletico Madrid. Das wäre der Treffer zum vorentscheidenden 2:0 gewesen. Er verwandelte jedoch nicht und Bayern schied aus. Diesen einen Zeitpunkt als Auslöser des Formtiefs zu charakterisieren wäre zwar falsch. Nichtsdestotrotz lässt sich aber ab hier ein Abwärtstrend der Formkurve verzeichnen.

Daraufhin folgte eine EM, bei der er komplett torlos blieb. Auch der Start in die neue Saison verlief glücklos. Lediglich zwei Tore in der Campions League und ein Tor in der Bundesliga konnte er auf seinem Konto verbuchen. Eine miserable Statistik für die Verhältnisse von Thomas Müller. Ein Grund dafür kann sein, dass ihn Trainer Carlo Ancelotti auf der falschen Position einsetzt. Er kam überwiegend auf dem Flügel zum Einsatz. Ein Flügelspieler zeichnet sich vor allem durch Ballkontrolle, Dribbelstärke, Zweikampfstärke und einen schnellen Antritt aus. Alles Eigenschaften, die nicht zu den Stärken eines Thomas Müllers zählen.

Das machte sich in den folgenden Spielen auch bemerkbar. Ihm wurde seine Spielfreude und Unbekümmertheit damit genommen, sodass er seine ganz eigene Dynamik nicht entfalten konnte. Er ist einfach ein Spieler, der seinen Freiraum braucht und dessen Einsatzbereich nicht auf den Flügel begrenzt werden darf. Zumal die Konkurrenz bei den Bayern auf dem Flügel enorm ist, da sich auf dieser Position Spieler wie Douglas Costa, Kingsley Coman oder auch ein Arjen Robben zu Hause fühlen.

mueller krise

Ein Ende der Formkrise ist in Sicht

Die Einsicht, dass Thomas Müller kein Spieler für den Flügel ist, kam zuletzt wohl auch dem Münchener Trainer. Ancelotti setzte ihn wieder auf seiner angestammten Position hinter den Spitzen ein. Dort konnte er umgehend mit seiner Lauffreude überzeugen und wichtige Akzente im Spiel setzen, auch wenn sich an seiner Torausbeute nichts geändert hat. Hinlänglich ist bekannt, dass Stürmer vom Selbstvertrauen leben. Dies wird durch gute Spiele und vor allem durch Tore erlangt.
Wichtig ist nun, dass Müller sich dieses Selbstvertrauen wieder erarbeitet. Ancelotti sagte auf einer Pressekonferenz dazu, dass Müller sehr gut trainiert habe und kurz vor seinem Durchbruch stehe. Im Spiel gegen Arsenal in der Champions League erzielte er dann schließlich sein Tor, lediglich zwei Minuten nach seiner Einwechslung. Es bleibt nun zu hoffen, dass er diesen guten Ansatz weiterhin umsetzen kann und zu seiner alten Stärke zurückfindet.

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